Zeitzeugenaussage: Anna (geboren 1931) wurde beschlagnahmt, um die Gräber der im November 1942 getöteten Juden in Postavy aufzufüllen. Es gab mehrere Tausend Opfer. Sie schaute die ganze Erschießung und wurde dadurch für ihr ganzes Leben gezeichnet. Während sie das Grab auffüllten tranken die deutschen Vollstrecker Alkohol.

Eckdaten: Vom 11. Bis 26. Mai führte ein Yahad-In Unum Team eine Forschungsreise nach Belarus, in den Regierungsbezirken Vitebsk und Minsk durch.

Wie gewöhnlich waren in Weißrussland die Voraussetzungen für die Ermittlungen sehr günstig und die Zeugen waren nicht zögerlich zu sprechen. Diese Reise wurde auf besondere Weise durch Reichtum und Vielfalt der Zeitzeugenaussagen im Hinblick auf Folgendes geprägt: Erschießung der Juden, Sinti und Roma und Kommunisten, Anti-Partisanen-Aktionen und niedergebrannte Dörfer, Deportationen von Weißrussen in Zivillager, Kriegsgefangene…

Während der Reise interviewte das Yahad-Team 40 Zeitzeugen, ermittelte an 22 Lokalitäten und identifizierte 23 Exekutionsorte.

Orte: Sharkovshchina, Postavy, Dunilovichi, Germanovichi, Rudobist, Petrovichi, Myadel, Budslav, Polesye, Opsa, Vidzy, Dubrovka, Kozyany, Kusevshchina, Krivichi, Dolghinovo, Vileyka, Kurenets, Vileyka.

Historischer Hintergrund: Schnell besetzt durch die Deutschen im Sommer 1941, wurde das Gebiet dann unter deutsche Verwaltung gestellt. Die rote Armee befreite das Gebiet 1944. Vor dem Krieg gab es dort eine sehr große jüdische Bevölkerung.

Wesentliche Erkenntnisse:

– Errichtung der Ghettos in vielen der Hauptstädte der Distrikte zu der damaligen Zeit. Die Ghettos waren manchmal offen, manchmal geschlossen.

– Manchmal wurden Ghetto-zu-Ghetto-Transfers durchgeführt, einhergehend mit Zwangsarbeit und manchmal progressiver Eliminierung von Juden (Die Spezialisten wurden bis zum Schluss aufgehoben).

– Ende 1942 waren die meisten Juden tot. Vor allem seit die lokalen Kräfte die schnelle Eliminierung der Juden aufgrund der Partisanenbewegung rechtfertigten.

– Vielen Juden war es möglich, zu flüchten und der Partisanenbewegung beizutreten.
Zusätzlich zu der gewöhnlichen Methode der Erschießung in Gräben gab es während der Liquidierung mehrere Beispiele von Massenerschießungen direkt in den Ghettos: Juden wurden auf grausame Weise abgeschlachtet oder in Häusern eingesperrt, welche in Brand gesetzt wurden. Die Ghettos wurden verbrannt.