Zeitzeugenaussage: Zigmas – „Wir wurden gezwungen die Judenerschießung anzuschauen. Die Juden mussten sich vor der Erschießung ausziehen.“

Eckdaten: Vom 2. Bis 17. November 2016 führte ein Yahad-In Unum Team seine 10. Forschungsreise nach Litauen durch. Es ging in die Region Marijampole und Taurage.

Die Reise war vor allem gekennzeichnet durch die hohe Qualität und Vielfalt der Zeugenaussagen sowie die große Anzahl von Augenzeugen der Erschießungen.

Zum Schluss der Reise hatte das Team 37 Zeitzeugen interviewt und 12 Exekutionsorte identifiziert.

Orte: Kudirkos Naumiestis, Zanavykai, Žyniai, Pilviškiai, Ąžuolų Būda, Kybartai, Šakiai, Lukšiai, Kiduliai, Sudargas, Skirsnemunė, Smalininkai, Pagėgiai, Bardinai, Rumšiškės.

Historischer Hintergrund: Nah bei der Grenze der Enklave von Kalinigrad war das frühere deutsche Gebiet Preußen eine der Regionen, die sehr schnell im Sommer 1941 besetzt und unter deutsche Zivilverwaltung gestellt wurden. Das Gebiet wurde 1944 von der Roten Armee befreit. Vor dem Krieg gab es dort eine sehr große jüdische Bevölkerung.

Wesentliche Erkenntnisse:

Folgende Informationen über den Holocaust traten durch die Zeitzeugenaussagen zutage:
– Erschießungen, im Allgemeinen sehr früh, deren Muster ist fast immer dasselbe: junge jüdische Männer werden schnell nach der Ankunft durch die Deutschen getötet, häufig verbunden mit kommunistischen Aktivitäten. Dann ein paar Wochen später die Frauen, Kinder und die Alten. Häufig wurden Panzergräben für die Erschießungen verwendet. Am Ende des Sommers hatte sich die Judenfrage erledigt.
– Die litauischen Hilfskräfte in Uniform oder weißen Armbändern waren an der Front der Erschießungen. Die Deutschen führten die Aufsicht und machten Fotos.
– Plünderung, Verteilung oder Verkauf von jüdischem Eigentum waren systematisch. Die Henker feierten manchmal nach den Erschießungen Partys in den Dörfern.

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