Zeitzeugenaussage: Kazimierz – „ Eines Tages versammelten sich deutsche Gendarme in Radecznica. Sie jagten die Juden aus ihren Häusern. Sie brachten 35-40 Menschen, ganze Familien, hinter das Kloster und erschossen sie. Ich kletterte auf einen Baum, um die Erschießung zu schauen.

Eckdaten: Ein Yahad-Team reiste nach Polen, um die Massaker in der Lublin-Region, einer Schlüsselregion im Verstehen des Holocaust in Polen, zu dokumentieren. Das Team führte die Recherche in den Distrikten Janów Lubelski, Krasnik, Opole Lubelskie, Bilgoraj und Pulawy durch. Unser Team leitete die Recherche vor allem in Städten und Dörfern, in denen die Polizei Bataillons und andere deutsche Einheiten zwischen Juli 1942 und November 1943, trotz unmittelbarer Nähe der Vernichtungslager der Aktion Reinhard, Erschießungen von mehreren Tausend Juden durchführten.

Während der Forschungsreise, interviewte Yahad-In Unum 34 Zeitzeugen und lokalisierte 39 Massengräber. Das Yahad-Team wurde von Pamela López, der Direktorin des Holocaustmuseums in Guatemala und Mendel Samama, Yahads rabbinischen Berater.

Orte: Frampol, Dyle, Zagóra, Bełżec, Anopol, Kraśnik, Malily, Pawłówka, Pardysowka Diza, Stomioiawow.

Historischer Hintergrund: Der Lublin-Distrikt wurde im Oktober 1939 als einer der 4 Anfangsdistrikte des Gesamtstaats gegründet. Zwischen 240000 und 300 000 Menschen, einschließlich der Flüchtlinge aus den ins Deutsche Reich eingegliederte polnischen Gebieten, residierten in dem Distrikt.

Die erste Massenerschießung, die vom Polizei Bataillon 101 durchgeführt wurde, fand in Józefów statt, wo am 13. Juli 1942 1500 jüdische Opfer im Wald, nah bei Winiarczykowa Gora erschossen wurden. Zahlreiche andere Erschießungen fanden zu unterschiedlichen Perioden der deutschen Besetzung nah der lokalen Schule, dem Steinbruch und dem jüdischen Friedhof statt.

Wesentliche Erkenntnisse:
– 4 bis vor kurzem undokumentierte Massengräber in Józefów
– Massaker in Tarnogrod
– Mord an 16 Roma in Tarnogrod
– Deportation nach Belzec