Zeugenaussage: Yevgen lebte neben dem jüdischen Friedhof. Währen dem Krieg sah er regelmäßig wie jüdische Männer von der jüdischen Polizei zum Friedhof begleitet wurden. Sie wurden gezwungen die Grabsteine zu brechen, welche verwendet wurden um die Straßen zu pflastern. Heute gibt es keine Grabsteine auf dem jüdischen Freidhof in Zolochiv mehr.

Eckdaten: Vom 8. Bis 24. Juni 2016 führte ein Yahad-In Unum-Team seine 45. Forschungsreise in die Ivano-Frankivsk-Region und Lviv-Region (letzten Tage) in der Ukraine durch.

Es gab mehr als 500 000 jüdische Opfer, mache wurden vor Ort erschossen. Die Mehrheit wurde in die Belzec-Vernichtungslager in Polen deportiert.

Im Laufe des Trips, untersuchte das Team 23 Lokalitäten, interviewte 40 Zeitzeugen und lokalisierte 11 neue Exekutionsorte, die meisten ohne Gedenkstätten. Mehrere weitere Exekutionsorte, die das Team ermittelte, waren bereits durch vorherige Forschungsreisen in die Region aufgelistet worden.

Orte: Bilshivtsi, Bovshiv, Bukachivtsi, Bukachivska Sloboda, Rogatyne, Perenivka, Zaluzhia, Burshtyn, Verbylivtsi, Ustia-Zelene, Senkiv, Pechenizhyne, Chernelytsia, Ivano-Frankivsk, Tenetnyky, Zolochiv, Radekhiv, Truskavets.

Historischer Hintergrund:
Das Gebiet war Teil der frühen Geschichte von der Provinz Galizien. Sie wurde ein paar Tage vor dem deutschen Angriff im Juni 1941 besetzt. Sie wurde schnell mit dem Gesamtstaat Polen unter deutscher Besetzung verbunden. Jüdisches Leben und Präsenz waren vorherrschend vor dem Krieg.

Wesentliche Erkenntnisse:
Die Hauptcharakteristiken, die durch die Forschung ans Licht kamen, sind:

– Zahlreiche Bewegungen und Transfers von Juden in Kolonnen und Zügen von kleinen zu größeren Ghettos
– Zwangsarbeit, Szenen der Erniedrigung
– Massenerschießungen, vor allem von jüdischen Frauen und verwundbaren Personen, unter anderem in Rogatyne und Zolociv
– Konvois ins das Belzec-Vernichtungslager
– Zahlreiche Zeugenaussagen über das Verstecken von Juden durch die lokale Bevölkerung
– Aktive Teilnahme am Völkermord der Polnischen und Ukrainischen Polizei vor Ort
– Rückgewinnung von Materialien der jüdischen Häuser (Holz, Ziegelsteine…)
– Verwendung der jüdischen Grabsteine, um Straßen zu pflastern
– Aktionen, ausgeführt durch die Ukrainischen Nationalistischen Partisanen
– Öffentliche Erschießungen, ausgeführt von ukrainischen Nationalisten unter deutscher Führung
– Spannungen zwischen polnischen und ukrainischen Zivilisten, unterhalten durch die deutsche Regierung

Diese Reise wurde ermöglicht durch die Unterstützung des Auswärtigen Amts Deutschland.