Zeitzeugenaussage: Irina – „ Meine Mutter war Kommunistin. Wir wurden festgenommen und eingesperrt. In der Nachbarzelle waren Juden. Sie wurden geschlagen und dann erschossen.“

Eckdaten: Yahad-In Unum führte im September seine 50. Forschungsreise in die Ukraine durch. Besondere Aufmerksam wurde den Gebieten um den Chermeosh und den Dniestr, welche natürliche Grenzen zwischen dem deutschbesetzten und rumänisch besetzten Gebiet waren, gegeben. Mehrere Erschießungen fanden am Rad des Flusses statt. Die Opfer waren lokale Juden sowie Juden aus Transkarpathien und Rumänien. Ein Großteil der Standorte hatte keine Gedenkstätten.

Die durchgeführten Interviews erlaubten es unserem Team, jüdisches Vorkriegsleben in Galizien und Nordbukovina, den Ghettos (vor allem dem Kolomyia Ghetto), Interaktionen zwischen Juden und lokaler Bevölkerung, Zwangsbeschlagnahmung von Nachbarn, um beim Transport der Opfer zu helfen oder fürs Graben und Zuschütten der Massengräber, zu dokumentieren.

Ein Teil der Juden aus Bukovina wurde im Sommer 1941 erschossen, während andere nach unter Antonescus rumänischer Regierung nach Transnistrien deportiert wurden. Mehrere jüdische Überlebende bezeugten grausame Lebensbedingungen in transnistrischen Lagern und Ghettos, in welchen Hunger, Krankheit, Erschöpfung und Exekutionen weit verbreitet waren.

Insgesamt nahm unser Team 43 Zeitzeugenaussagen auf und entdeckte 16 Massengräber.

Orte: BOLEKHIV, MYKHALCHE, KOTYKIVKA, GORODENKA, OBERTYN, GARASYMIV, MALY GVIZDETS, GRABOVETS, ILTSI, KOSIV, SHEPARIVTSI, CHEREMKHIV, SNIATYN, DOLISHNIE ZALUTCHCHIA, GORISHNIE ZALUTCHCHIA, NEPOLOKIVTSI, SADGORA, CHERNIVTSI, VASHKIVTSI, BANYLIV, ZOZULYNTSI.

Historischer Hintergrund:

Die Untersuchungen des Teams waren auf die Chernivtsi-Region konzentriert, vor allem Bukovina, welches während dem zweiten Weltkrieg unter rumänischer Kontrolle stand.

Wesentliche Erkenntnisse:
– Pogrome
– Erschießungen der Juden im Dniestr
– Plünderung
– Jüdisches Leben vor dem Krieg
– Lebensbedingungen im Ghetto
– Die Deportation nach Transnistrien
– Das Schicksal der ungarischen Juden
– Die lokalen Täter

Diese Reise wurde ermöglicht durch die Unterstützung des Auswärtigen Amts Deutschland.