Am 22. Juni 1941 fiel Nazi-Deutschland in die Sowjetunion ein. Jene Kriegshandlung beschreibt den Todesstoß der jüdischen Bevölkerung Osteuropas. Zwischen 1,5 und 2 Millionen Juden wurden durch Kugeln von deutschen Einheiten und deren Kollaborateuren umgebracht. Diese Ausrottungsmethode ist unter den Namen „Holocaust der Kugeln“ oder auch „Völkermord durch Massenerschießung“ bekannt. Die Mörder kamen zu ihren Opfern, welche in den Dörfern vor den Augen ihrer Nachbarn massakriert wurden.

Für die Nazis war die Invasion und Besetzung Polens eine Versuchsanstalt der Vernichtung von Juden in Osteuropa. Von Beginn der ersten Tage des Krieges begleiteten Gewalttaten die Handlungen der deutschen Truppen:   Plünderung, Vergewaltigung, Massaker der jüdischen und polnischen Intellektuellen.  Im November 1939 fand eine der ersten Massenerschießungen von Juden in Ostrów Mazowiecka statt: Ca. 500 Männer, Frauen und Kinder wurden in Massengräbern außerhalb der Stadt hingerichtet.

Zur selben Zeit der Operation Barbarossa, brach unter  Nazi-Antrieb eine Anzahl von Pogromen auf dem von der Sowjetunion besetzten polnischen Territorium aus. Szenen von Demütigung und Erschiessungen vervielfachten sich in den Straßen von Lemberg, Bialystok, Kaunas – aber auch in Iasi unter der Aufsicht der rumänischen Behörden. Die Nazi-Propaganda, die diese blutigen Ereignisse vermittelte, zeigte mit dem Finger auf den Feind, welche vernichtet werden sollte,                         Juden-Bolschewiken. Hinter den Armeelinien, den SS-Mobile-Einheiten und der Sicherheitspolizei, welche Himmler und Heydrich untergeordnet waren, hatten die Einsatzgruppen ihre eigene Mission , alle potentiellen Gegner auszulöschen- Kommunisten, Komsomolen, Juden, Roma und Sinti. Die ersten Opfer dieser Truppen waren typischerweise Männer, während der Rest der jüdischen Bevölkerung in den Städten und Dörfern in Ghettos versammelt war, wo Hunger, Angst und Epidemie herrschten. Ab August 1941 wurden jüdische Frauen und Kinder jedoch auch nicht mehr verschont. Vom 27. bis 29. August wurden in der Nähe der Stadt Kamenets-Podolski 23.600 jüdische Männer, Frauen und Kinder, die größtenteils aus dem transkarpatischen Ungarn stammten, ausgelöscht. In Kiew, am 29. & 30. September 1941, wurde die gesamte jüdische Bevölkerung der Stadt am Rande der Baba-Yar-Schlucht erschossen. Zwischen Weihnachten und Neujahr  1941-1942 wurden in Bogdanovka etwa 50.000 Juden aus der Stadt Odessa und aus der Region getötet.

  

Trotz der Einrichtung von Vernichtungslagern gingen die Massenerschießungen  im Osten  Polens sowie in den besetzten sowjetischen Gebieten bis nach Leningrad und Stalingrad weiter. Im September 1942 wurden in Mineralnyie-Vody, Nahe des Caucuses, 10.000 Juden, vor allem Flüchtlinge, gefangen vom deutschen Vormarsch, umgebracht. Im November 1943 löste die Erntefest Aktion eine Reihe von Liquidationen von Ghettos in der Region Lublin, Polen aus. Im Frühjahr 1944 wurde die Exekution von Hunderten von Juden in Kaunas, Litauen, zu fortgesetzt.

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Die nachfolgende Karte zeigt die Bewegungen der Einsatzgruppen der Einheiten A, B, C und D in Osteuropa und die jeweilige Anzahl der Opfer, die jede Einheit zwischen 1941 und 1942 getötet hat. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Karte nur Gruppen von Opfern der Juden in der Sowjetunion zeigt, da die Massenerschießungen von 1941-1944 fortgesetzt wurden und auch von anderen Nazi-Einheiten durchgeführt wurden, darunter auch Polizeibataillons , die SS, die Wehrmacht und lokale Hilfskräfte.